Hier finden Sie die Resolution „Keine Flughafenerweiterung im Bannwald und Trinkwasserschutzgebiet“ des Naturschutzbeirates der  Stadt Frankfurt am Main vom 11. April 1999 sowie die dazugehörige Presseerklärung.

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Naturschutzbeirat 
beim Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Vorsitzender: Hans-Joachim Scholz — Frankenallee 329 — 60326 Frankfurt am Main — Tel./Fax 73 32 07

An
die Frau Oberbürgermeisterin und den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
den Regierungspräsidenten in Darmstadt
die demokratischen Parteien im Hessischen Landtag und im Römer

Resolution

Keine Flughafenerweiterung im Bannwald und Trinkwasserschutzgebiet

In Wahrnehmung seines Auftrages gemäß Hessischem Naturschutzgesetz lehnt der beim Magistrat der Stadt Frankfurt am Main angesiedelte Naturschutzbeirat den Bau einer sogenannten Nordbahn im Frankfurter Stadtwald zum Zweck einer Flughafenerweiterung strikt ab.

Der Naturschutzbeirat weist nachdrücklich darauf hin, daß der überwiegende Teil des Frankfurter Stadtwaldes im Juli 1993 vom Hessischen Forstminister gemäß § 22 Hessisches Forstgesetz zum Bannwald erklärt wurde. Dies geschah, um ihn dauerhaft mit seinen multifunktionalen Schutzfunktionen für die im Ballungsraum Frankfurt lebenden Menschen zu erhalten. Der betroffene Wald genießt damit die höchste Schutzstufe. In der ausführlichen Begründung (Hessischer Staatsanzeiger 29/1993 vom 6. Juli 1993) heißt es unter anderem, daß die Waldflächen wegen ihrer besonderen Bedeutung für das Gemeinwohl unersetzlich sind. Auch für die Bereitstellung und Sicherung eines qualitativ hochwertigen Trinkwasserangebots wird dem Bannwald ebenfalls das Prädikat „unersetzlich“ zuerkannt, zumal zirka ein Drittel der täglich in Frankfurt benötigten Wassermenge dort gefördert wird. In den gesetzlichen Beschränkungen der Bannwalderklärung heißt es dann auch folgerichtig:

„Die Rodung und Umwandlung von Bannwald in eine andere Nutzungsart ist verboten!“

Die außerordentliche Bedeutung des Frankfurter Stadtwaldes für die Trinkwasserversorgung der Stadt Frankfurt am Main wurde auch vom Regierungspräsidenten in Darmstadt durch die Ausweisung weiter Teile des Stadtwaldes als Trinkwasserschutzzone I, II und III (Trinkwasserschutzverordnung vom November 1997) gewürdigt. Dies betrifft vor allem auch die Waldgebiete, in denen die Flughafenerweiterung stattfinden soll.

Die Aufhebung oder Teilaufhebung der Bannwalderklärung zugunsten eines Verkehrsprojektes, vor dessen negativen Auswirkungen die Bannwalderklärung gerade hier in der am dichtesten besiedelten Region von Hessen schützen will (vergleiche Ziffer II.2. der Erklärung), ist mit keinem Argument zu begründen. Der Forderung von Flughafen AG und Lufthansa nach mehr Kapazität des Wettbewerbs wegen muß entgegengehalten werden, daß dafür keine eigens für die hier lebenden Menschen ausgewiesenen Schutzgüter wie Bannwald und Wasserschutzgebiete vernichtet werden dürfen. Die Begründungen für die Unterschutzstellung durch den Gesetzgeber beziehungsweise die Fachbehörden gelten heute so uneingeschränkt wie zum Zeitpunkt ihrer Formulierung.

Der Naturschutzbeirat appelliert an Ihr Verantwortungsgefühl und erinnert an die Versprechungen nach dem Bau der Startbahn 18 West, daß für den Flughafen Frankfurt kein weiterer Baum mehr fallen dürfe.

Das Vertrauen der Bürger dieser Region in die Politiker und Parteien — wie auch in den Rechtsstaat — steht endgültig auf dem Spiel!

Frankfurt am Main, den 11. April 1999
Hans-Joachim Scholz
Vorsitzender


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Naturschutzbeirat 
beim Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Vorsitzender: Hans-Joachim Scholz — Frankenallee 329 — 60326 Frankfurt am Main — Tel./Fax 73 32 07

Pressemitteilung/Presseerklärung

Keine Flughafenerweiterung im Bannwald und Trinkwasserschutzgebiet

In einer Resolution an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, den RP Darmstadt und die demokratischen Parteien im Römer und im Hessischen Landtag hat der Naturschutzbeirat beim Magistrat der Stadt Frankfurt den möglichen Bau einer sogenannten Nordbahn im Frankfurter Stadtwald zum Zweck einer Flughaferweiterung strikt abgelehnt.

Der Naturschutzbeirat weist nachdrücklich darauf hin, daß der überwiegende Teil des Frankfurter Stadtwalds im Juli 1993 vom Hessischen Forstminister gemäß § 22 Hessisches Forstgesetz zum Bannwald (höchste Schutzstufe) erklärt wurde. Ziel dieser Unterschutzstellung sei der dauerhafte Erhalt dieses Waldes zum Schutz der im Ballungsraum Frankfurt lebenden Menschen. In der ausführlichen Begründung der Bannwalderklärung sei unter anderem festgelegt, daß die Flächen des Frankfurter Stadtwaldes wegen ihrer besonderen Bedeutung für das Gemeinwohl unersetzlich seien. Auch hinsichtlich der Bereitstellung und Sicherung seines qualitativ hochwertigen Trinkwasserangebotes sei der Bannwald nicht zu ersetzen. Deshalb laute es in den gesetzlichen Beschränkungen der Bannwalderklärung folgerichtig:

„Die Rodung und Umwandlung von Bannwald in eine andere Nutzungsart ist verboten“

Der Forderung von Flughafen AG und Lufthansa nach mehr Kapazitäten des Wettbewerbs wegen müsse entgegengehalten werden, daß dafür keine eigens für die hier lebenden Menschen ausgewiesenen Schutzgüter wie Bannwald und Wasserschutzgebiete vernichtet werden dürfen. Eine Aufhebung oder Teilaufhebung der Bannwalderklärung zugunsten eines Verkehrsprojektes, vor dessen negativen Auswirkungen die Bannwalderklärung gerade hier in der am dichtesten bewohnten Region Hessens schützen will, sei mit keinem einzigen Argument zu begründen.

Die Begründung für die Unterschutzstellung durch den Gesetzgeber beziehungsweise die Fachbehörden gilt heute so unbeschränkt wie zum Zeitpunkt ihrer Formulierung. Im übrigen erinnert der Naturschutzbeirat die politisch Verantwortlichen an die Versprechungen nach dem Bau der Stadtbahn 18 West, daß für den Flughafen nun kein weiterer Baum mehr fallen dürfe. Das Vertrauen der Bürger dieser Region in Politik und Parteien — wie auch in den Rechtsstaat — stehe endgültig auf dem Spiel.

Frankfurt am Main, den 11. April 1999

Hans-Joachim Scholz
Vorsitzender 


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Vom Naturschutzbeirat (H.-J. Scholz) freundlicherweise zur Verfügung gestellt und in HTML umgewandelt: W. A. Nässig, 27. April 1999
Sonderseite innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Lepidopterologen (Homepage der Arge HeLep) beziehungsweise innerhalb von Naturschutz-Frankfurt.